Terror nervt – Fremdenhass auch

„Ich will nicht mehr seine Mutter sein. Der Islam sagt nicht, dass man solche Attentate begehen soll – überhaupt nicht, nicht unsere Religion. Sie steht für Frieden und für Liebe.“ Soll die Mutter des „Todesfahrers von Barcelona“ gesagt haben. Klare, gute Worte – wie ich finde. Gelesen auf tagesschau.de. Leider lerne ich nicht immer aus meinen Fehlern und drücke auf den Link mit der Aufschrift „Kommentare zum Artikel anzeigen“. Es gibt genau einen Kommentar dazu, geschrieben von „Dr. Hans“ Er kommentiert ihr Zitat wie folgt: „Eine erstaunliche Aussage und leider nur leere Worte. Ich würde die Dame gerne fragen, wie sie ihre Meinung in Einklang bringt mir den Aussagen des Korans wie z.B. Sure 2 Vers. 191 […] „und erschlagt sie (die Ungläubigen), wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wannen sie euch vertreiben; denn Verführung zum Unglauben ist schlimmer als Totschlag.““

Okay. Ja, was da steht ist nicht gerade nett. Jedoch heißt es, nur weil dieser Satz im Koran steht, ja nicht, dass alle 1,8 Milliarden Muslime diesen Satz als Dogma nehmen und danach leben. Im Umkehrschluss würde dies nämlich bedeuten, dass ca. 2,26 Milliarden Christen nach Bibelzitaten leben würden wie: „Und Mose wurde zornig über die Hauptleute des Heeres, die Hauptleute über tausend über hundert, die aus dem Feldzug kamen, und sprach zu ihnen: „Warum habt ihr alle Frauen leben lassen?“ (4. Mose 31 14-15)
und kurz später:
„So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrau sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasset euch leben.“ (4. Mose 31, 17-18

Ach, da geht es ja nicht um Andersgläubige? Dann nehmen wir halt Psalm 139, 19-22:

„Ach Gott, daß du tötest die Gottlosen, und die Blutgierigen von mir weichen müßten! Denn sie reden von dir lästerlich, und deine Feinde erheben sich ohne Ursache. Ich hasse ja, HERR, die dich hassen, und es verdrießt mich an ihnen, daß sie sich wider dich setzen. Ich hasse sie im rechten Ernst; sie sind mir zu Feinde geworden.“

 

Ich möchte hier keine religiösen Diskussionen anstoßen, ich möchte nur einmal die Pauschalisierung vor Augen führen. Wenn man eine Gruppe von Individuen nur beurteilt nach dem Buch auf dessen die Religion dieser Gruppe von Individuen beruht, dann läuft nun einmal etwas falsch. Denn jeder Mensch hat seinen eigenen Verstand und folgt nicht gedankenlos allem was man ihn lesen lässt. Gott (an welchen du auch immer glauben magst) bewahre wie viele „bitterböse Friederichs“ es geben würde.

Insofern: Ja, es gibt Terroristen, die ihre Vorstellungen des Islams mit ekelhaften Methoden zu „verteidigen“ versuchen (die letztendlich aber eigentlich nur neidisch sind auf das was sie nicht haben.) Das heißt aber nicht, dass man allen Muslimen gegenüber vorwerfen kann, dass diese selbiges vorhaben. Sonst wäre nun mal auch jeder Deutsche ein potenzieller NSU-Attentäter, aber nein – das war ja nur eine (in Anzahl und Verstand) begrenzte Gruppe von Arschlöchern. Genau das sind die Terroristen die wir momentan viel zu oft im Fernsehen sehen auch – begrenzte Arschlöcher.

Fremdenhass ist genau das was wir in diesen Zeiten des Terrors nicht zulassen dürfen, denn:

Fremdenhass führt zu Ausgrenzung und Ausgegrenzte neigen dazu sich fanatischen Gruppierungen anzuschließen (an dieser Stelle möchte ich gerne auf die Theorie der psychosozialen laut Erikson hinweisen) und genau dies führt dann zu Hasstaten.
(Oder wie ein kleiner, grüner Mann mir schon in meiner frühen Kindheit beibrachte: „Furcht führt zu Wut. Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid“ – Meister Yoda.)

Fremdenhass hat schon früher unser Land gespalten 1939, sowie 1992 in Lichtenhagen (um nur einige Situationen zu nennen.) Wenn ich diese Bilder sehe, dann frage ich mich wie wenig manche Menschen aus Fehlern lernen wollen.
(Wer meint das ist Vergangenheit und solle doch langsam mal in die Mottenkiste geschoben werden, der darf gerne folgendes tun:

  1. Gehe zum Herd und schalte ihn ein
  2. Warte 5 Minuten, bis die Platte richtig heiß ist.
  3. Lege deine Hand auf die heiße Herdplatte.
  4. Tue dies immer wieder, denn die Erfahrung – Herd heiß = aua – ist Vergangenheit und gehört lägst in die Mottenkiste.

 

Kurz zusammengefasst:

Lasst doch einfach jeden sein Leben gestalten wie er es möchte. Versucht etwas weniger Angst zu haben. Lernt andere Kulturen kennen, dann werdet ihr merken, dass das sehr nette Menschen sind.

 

 

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